Nachdem wir unser Leben Christus anvertraut haben, hat er uns zu Priestern und Priesterinnen für das Königreich seines Vaters (Gott) gemacht (Offenbarung 1: 6 und 5: 10; 1.Petrus 2: 9). Er führte uns in sein himmlisches Reich und erteilte uns die Vorteile dieses Reiches (Offenbarung 1: 9; Hebräer 12:28). Jedoch strukturiert sich ein Reich durch die Rechten und Pflichten seiner Bürger. Wer in einem Land bzw. Reich akzeptiert wird, unterliegt die Anforderungen der Regierung (z.B.: Das Respektieren des König bzw. der Verfassung) und niemand kann diese übertreten ohne die Gefahr zu laufen, abgeschoben zu werden.

Matthäus 19 : 22-26
In dieser Bibelstelle erwähnt Jesus deutlich, dass das Himmelreich, auch als das Reich Gottes bekannt, Anforderungen hat. Das hatten die Jünger bereits verstanden. Deshalb hatten sie diese Frage gestellt: „Wer kann denn gerettet werden? „. Diese Reaktion der Jünger beweist, dass der Eintritt und der darauffolgende Aufenthalt in das Reich Gottes viele Dinge voraussetzen. Hier wird nur auf bestimmte Aspekte der Anforderungen des Reichs Gottes eingegangen, insbesondere wird die Vergebung betrachtet.

Einige Anforderungen des Reichs Gottes

Zu den Anforderungen des Himmelreiches zählen: Buße tun, die Heiligung, die Gehorsamkeit, die Früchte des Heiligen Geistes usw.

  • Die Reue

Die Umkehr bzw. Buße ist die erste Forderung des Königreich Gottes. So können wir Zugang zu dem Reich Gottes haben. Im Wort Gottes wird die Umkehr nicht nur als „eine Änderung in der Absicht dargestellt sondern auch in der bewährten Trauer wegen unserer Sünden. Johannes der Täufer und Jesus verkündeten: „Kehrt um, denn das Himmelreich ist nah“. Diese Reue soll uns in das Königreich führen. Allerdings gibt es eine besondere Art der Umkehr im Reich Gottes (1. Johannes 1: 9). Die Reue hat daher zwei Facetten: Erstens führt sie uns in das Reich Gottes und zweitens setzt sie „unsere persönliche Zusage“ voraus, dass Gott sein Werk in uns tun kann, wenn wir sein Herz betrübt haben.“

  • Die Gehorsamkeit

Eine weitere Anforderung an das Himmelreich ist die Gehorsamkeit gegenüber dem Willen des Königs bzw. des Vaters. In Matthäus 7: 21-23 lesen wir, dass nur diejenigen, die den Willen des Vaters tun, in den Himmel kommen werden. Mit anderen Worten, erkennt der König die Kinder seines Reiches daran, dass sie seinen Willen tun. Das Königreich verlangt deshalb von uns, dass wir Gott gehorchen.

  • Die Frucht des Heiligen Geistes und die Heiligung

Paulus in Galater 5: 19-22 spricht über die Frucht des Heiligen Geistes in uns. In Römer 14:17 sagt er uns, dass „das Reich Gottes nicht aus Essen oder Trinken besteht, sondern das Reich ist Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem Heiligen Geist.“ Das heißt, das Himmelreich ist das Abbild der Frucht des Heiligen Geistes. Jesus sagte in Matthäus 7:19: „Jeder Baum, der keine guten Früchte trägt, wird gefällt und niedergebrannt.“ Jeder Bürger des Königreich Gottes hat die Aufgabe die Früchte der Heiligen Geist Gottes in sich zu tragen denn diese sollen seine Natur offenbaren.

  • Vergebung

Beim Lesen des Gleichnisses in Matthäus 18: 23-30 ist es anfangs schwer durchzublicken, weil heute das „Talent“ als Währung gilt. Um dieses Gleichnis zu verstehen, müssen wir folgendes im Auge behalten:

1 Talent ≈ 6000 Denier. Der Denier war der Tageslohn eines Arbeiters zu damaliger Zeit (Matthäus 20:2). Als Landarbeiter schuldete man den König etwa 60 Millionen Arbeitstage, ungefähr 168.539 Arbeitsjahre. Die Schulden waren so groß, dass man trotz Frau und Kinder diese nicht abbezahlen konnte. Es sollte mehr als 1.400 Generationen geben, um dies möglich zu machen.

In Anbetracht dieser Tatsache, versteht man warum der König befahl, dass der Landarbeiter und seine Familie als Sklaven genommen werden. Er hatte es nicht verdient die Milde des Königs noch weniger sein Mitleid. Man kann sagen, dass dieser Vergebung von seinem Herrn nach 168.539 Jahre verdienen könnte aber dieses Gleichnis sagt uns, dass Vergebung keinen Wert erfordert. Wenn ein Bruder oder sogar unser Lebenspartner uns Unrecht getan hat, neigen wir dazu solche Sprüche zu sagen wie: „Ich werde mit ihm für die nächsten zwei Tage nicht mehr reden, denn was er mir angetan hat ist zu schlimm.“ oder “ Er verdient es nicht, dass ich ihm einfach so vergebe.“. Vergebung ist nicht auf Schuld basiert, denn wenn es der Fall wäre, würden wir nie die Vergebung Gottes erhalten.

Erstens spricht dieses Gleichnis von unseren Schulden gegenüber Gott. Eine Schuld, die auch unser Leben nicht bezahlen könnte. Obwohl unsere Schulden so hoch waren, hat Gott uns vergeben, ohne irgendwas gegen uns zu behalten. Niemand hat jemals die vollständige Begnadigung für die Erlösung auch nach einer guten Tat verdient. Die Vergebung ist eine Einstellung, die vom ganzen Herzen kommen muss um über die Schuld hinwegzukommen, die uns angetan wurde.

Sehr oft sagen wir Christen aus gutem christlichen Jargon „ich vergebe dir, Bruder/Schwester“ oder „ich habe dir vergeben.“ Aber ist das wirklich immer der Fall? Daher müssen wir uns nach jeder Vergebung die Frage stellen: Was fühle ich oder wie fühlt sich mein Herz an? Die Antwort auf diese Fragen zeigt, ob wir wirklich vergeben haben oder nicht. Es ist auch wichtig zu wissen, dass es für Gott keine Halb-Vergebung gibt. Wir sollen von ganzen Herzen vergeben, was von uns als Christen erwartet wird. Andernfalls wenn wir nicht verzeihen, wird Gott uns auch nicht vergeben (Matthäus 18:35). Das Himmelreich erfordert von uns, dass wir einander verzeihen: von ganzem Herzen, ohne in Betracht zu sehen, ob jemand Vergebung verdient wegen einer Handlung. Vergebung ist kein Verdienst, sondern ein Akt von Liebe und Mitgefühl.

  • Wieder Vater sein (andere behandeln wie der Vater uns behandelt)

Eine weitere Forderung des Königreich Gottes ist es, dem König dieses Reiches ähneln. Wie der Herr auf uns wirkt, so müssen wir auch auf die Menschen wirken, die er erschaffen hat. Die Bibel sagt nämlich „Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe?“(Matthäus 18:33).

Dies ist eine weitere Anforderung des Reich Gottes: das Herz Gottes gegenüber den Menschen zu offenbaren. Tatsächlich heißt es in 1.Johannes 4:17 “ Darin ist die Liebe völlig bei uns, dass wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts“. Denn so wie Er ist, so sind auch wir in dieser Welt“.

  • Die angebotene Lösung des Herrn

Wie die Jünger Jesu damals, können wir uns eine spezifische Frage stellen im Bezug auf die o.g. Punkten: „Wer kann denn alle diese Anforderungen einhalten und dadurch gerettet werden?“. Während wir versuchen diese Frage zu beantworten, stellen wir fest, dass die Erwartung des Königreichs sind so hoch.

Jesus wusste es. Er wusste, dass wir solche Gedanken haben werden wie: „Ich kann ihm nicht verzeihen“ oder „Ich kann nicht wie der Vater sein und wie Er es von mir verlangt zu sein“.

Diesbezüglich hat Jesus uns zwei wichtige Dinge mitgegeben:

  1. Seineunendliche Macht, die wir in uns hervorrufen können

In 1.Korinther 4:20 und Epheser 3:20 steht geschrieben, dass Jesus Christus uns seine Kraft gab. Dies zeichnet das Himmelreich Gottes aus und wirkt in allen Bürger dieses Reiches, um ihnen die notwendigen Fähigkeiten zu geben.

  1. DieVerbindung zum Herrn: Matthäus 19:26

Gott setzt in uns seine Kraft. Er will uns helfen, so dass er sich uns völlig zur Verfügung. Ihm ist nichts unmöglich im Gegensatz zu uns Menschen, die nicht perfekt sind. Die Anwesenheit Gottes ist wie eine Waffe, die das Unmögliche möglich macht. Dies soll uns Hoffnung geben, dass wir durch Gottes Hilfe den Anforderungen gerecht werden können.

Gott hat in allem dafür gesorgt, dass wir in seinem Reich bleiben können. Er hat uns nicht nur für sein Reich auserwählt, sondern hat uns auch das Notwendigste für das Himmelreich zur Verfügung gestellt. Ziehen wir dies alles in Betracht, so ist das Leben in dieser Welt nur durch Gott möglich.


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